Griffe montieren
Fahrradlenker und Griffe: Was ist beim Kauf zu beachten?
18. April 2018
Kurbel Fahrrad einbauen
2. Einbau Antrieb: Kassette, Tretlager, Kurbel und Pedalen montieren
26. April 2018

Naben- oder Kettenschaltung: Der passende Fahrradantrieb

Shimano Schaltwerk

Den richtigen Antrieb für das Fahrrad auswählen

Um den für sich optimal abgestimmten Antrieb zu finden, bedarf es viel an Erfahrung und Wissen, wo die spezifischen Unterschiede zwischen Ketten- und Nabenschaltung liegen. Beide grundlegenden Systeme bieten Vorteile, die ich euch in diesem Artikel näher bringen möchte. Ich werde dazu auch die Funktionsweise beider Systeme zu erklären.

Die Kettenschaltung: Funktionsweise und Vorteile

Bei der Kettenschaltung erfolgt der Schaltvorgang durch mehrere Komponenten außerhalb eines geschützten Systems, wie beispielsweise einer Nabe. Die Kettenschaltung setzt sich aus Kurbel, Kette, Kassette und Schaltwerk zusammen. Der große Vorteil der anfälligeren Kettenschaltung sind die Anpassungsmöglichkeiten an die Vorlieben des Fahrers. Bei der Kettenschaltung ist dies problemlos durch Wechseln der Kassette und Kettenblätter möglich. Eine optimale Übersetzungsbandbreite für den Fahrer kann daher gut gefunden werden.

Kurbel und Kette

Die Kurbel ist der Ort im Antrieb, auf den die Kraft durch den Menschen übertragen wird. An die Kurbel werden an der Antriebsseite bis zu drei Kettenblätter montiert, deren Größe entscheidend für den jeweiligen Gang ist. Hierbei gilt: Je mehr Zähne am Kettenblatt, desto schwerer der Gang.Die Kette ist im Antrieb für die Kraftübertragung auf die Kassette verantwortlich. Bei einer Kettenschaltung wird die Kette beim Schaltvorgang über das hintere Schaltwerk auf die unterschiedlichen Ritzel der Kassette gezogen. Dadurch entsteht in der Kettenlinie ein Schräglauf, der gerade bei vielen Ritzeln (10/11/12) auf der Kassette zu einem beschleunigten Verschleiß der Kettenblätter und der Kassette führt. Daher ist es ratsam, eine qualitativ hochwertigere Kette zu verwenden. Denn hierbei gilt: Je mehr Ritzel auf der Kassette, desto höher der Schräglauf der Kassette und umso größer der Verschleiß.

Die Fahrradkassette

Die Kassette ist der Ort des Antriebes, an dem die eingeführte Kraft des Fahrers auf das Hinterrad übertragen wird. Eine Kassette ist daher durch ihre hohe Anzahl von Ritzeln ausschlaggebend für die Übersetzung und damit für die Stärke des Ganges. Hierzu gilt eine einfache Formel zur Berechnung der Übersetzung: Übersetzung= Anzahl der Zähne des Kettenblatts durch Anzahl der Zähne des Ritzels. Um ein Beispiel zur Veranschaulichung zu geben, hier eine Übersetzung für einen relativ schweren Gang am Trekkingrad:
Übersetzung= 42/11=3,81
3,81 steht hierbei für die Umdrehungen des Hinterrads bei einer vollständigen Umdrehung des Kettenblatts. Daher gilt folgendes als Merksatz: Wer schnell fahren möchte, sollte eine Übersetzung wählen, die vorne ein großes Kettenblatt und hinten eine Kassette mit möglichst kleiner Anzahl von Zähnen pro Ritzel integriert hat.

Das Schaltwerk

Die Aufgabe des Schaltwerks besteht darin, die Kette auf das nächst größere oder nächst kleinere Ritzel der Kassette zu ziehen. Ausgelöst wird das Schaltwerk durch einen Schalthebel am Lenker, der durch ein Drahtseil mit dem Schaltwerk verbunden ist. Aufgrund des Schaltwerkes, welches die Kette auf das jeweilige Ritzel führt, ist das Schalten nur im fahrenden Zustand möglich. Beim Schaltvorgang sollte kein hoher Druck auf der Kette sein, da sich hierdurch der Verschleiß der Komponenten erhöht. Somit folgendes als Merksatz: Beim Schaltvorgang sollte die ins System eingeführte Kraft immer geringer sein als die aktuelle Geschwindigkeit.

Die Nabenschaltung: Funktionsweise und Vorteile

Bei der Nabenschaltung ist die eigentliche Schaltung durch ein Planetengetriebe in die Nabe integriert. Durch die Integration der Schaltung ist an der Nabe nur ein Ritzel angebracht und ein Schräglauf der Kette wird vermieden. Dadurch ist der Verschleiß deutlich geringer im Vergleich zur Kettenschaltung. Bestärkt wird dies weiterhin durch den Schutz der Schaltung vor Schmutz und Schlamm.

Der eigentliche Schaltvorgang wird ähnlich ausgelöst wie bei der Kettenschaltung. Ein Drahtseil wird von der Nabe bis zum Lenker und anschließend in den rechts befestigten Drehgriff geleitet. Ein Drehen am Griff verändert dahingehend die Spannung des Seils und der Schaltvorgang wird im Getriebe ausgeführt. Grundsätzlich ist die Nabenschaltung pflegeleichter und wartungsarmer, weil sie nahezu vollständig vor Schmutz und Schlamm geschützt ist. Dadurch erhöhen sich jedoch die Kosten in der Anschaffung. Weiterhin ist es bei der Nabenschaltung möglich im Stand zu schalten, bspw. beim Anfahren nach dem Halten an einer roten Ampel. Der Bildvergleich zeigt die Unterschiede deutlich auf.

Ein Nachteil der Nabenschaltung sind die Anpassungsmöglichkeiten an die Vorlieben des Fahrers. Bei der Kettenschaltung ist dies problemlos durch Wechseln der Kassette und Kettenblätter möglich. Eine optimale Übersetzungsbandbreite für den Fahrer kann daher gut gefunden werden. Bei der Nabenschaltung ist das Getriebe nicht veränderbar und es sind bedingte Anpassungen durch Wechseln des Kettenblattes vorne oder des Ritzels hinten möglich. Ein mittlerweile etabliertes System der Nabenschaltung ist das Antriebssystem mittels eines Riemens. Dieser verringert den Verschleiß enorm und ist dadurch deutlich länger fahrbar. Außerdem benötigt ein Riemen kein Öl oder ähnliche Substanzen zum optimalen Lauf auf den Zähnen der Ritzel und des Kettenblattes. Dahingehend ist der Riemenantrieb leichter in der Pflege.


Die Theorie sitzt- auf zur Praxis!

Einbau-Anleitungen, Produktvorstellungen und Produkttest gibt es auf unserer Übersichtsseite.

26

Standorte